Tutorial Amazon AWS – Teil 1: Übersicht der Dienste COMPUTE

Warum Amazons AWS

Ich möchte hier direkt in eines der größten Cloud Dienste einsteigen: Der Amazon AWS. Ich möchte damit auf keinen Fall die AWS als das Nonplusultra darstellen, aber es macht den Einstieg recht einfach und zeitlich überschaubar. Außerdem gibt es die AWS schon recht lange (die AWS sind 2006 gestartet, natürlich mit einem kleineren Funktionsset als jetzt), daher ist sie recht stabil und „sophisticated“.

In dieser Tutorial-Reihe möchte ich die Amazon Web Services genauer vorstellen und so jedem Interessierten den Einstieg möglichst erleichtern. Ich werde in einem späteren Teil auch auf die Sicherheit und Stabilität eingehen, die die letzten Jahre immer wieder (zu recht) Diskussionsgrund war. Trotz aller Kritik an der AWS, macht es die Cloud von Amazon recht einfach, ein breites Set an Diensten zu testen.

Was bieten die AWS für Dienste

Die AWS sind in diverse Kategorien aufgeteilt, darunter befinden sich die Dienste.

Compute

  • EC2
    Hier kommen wir gleich zur „Killerapplikation“ der AWS: Virtuelle Server in der Cloud. Amazon bietet hier ein sehr breites Spektrum an Funktionen. Angefangen von „simplen“ virtuellen Servern jeglicher Art (Linux, Windows, vorgefertigte Images diverser Hersteller) über die Verwendung von Loadbalancern bis hin zum Monitoring und automatischer Skalierung der Serverfarm in Abhängigkeit von bestimmen Vorgaben. EC2 macht die Installation und go-live von Servern sehr einfach und schnell. Ein Großteil der noch folgenden Dienste greifen auf der Stufe darunter auf EC2 zu, d. h. sie abstrahieren nach oben eine gewisse Komplexität, orchestrieren aber im Hintergrund EC2-Server (die Instanzen heißen). Es gibt hier auch die Möglichkeit, dedizierte (d. h. nur für Sie reservierte) Instanzen zu verwenden. Diese sind natürlich teurer, bieten aber exklusive Performance. Wo wir gerade bei den Kosten sind: die kleinste Instanz mit Linux (aktuell eine t2.nano) mit 1 virtuellen CPU und 512MB Ram kostet 0,0068$ pro STUNDE. Bei einem 30-Tage-Monat sind wir hier bei 4,89 US$. Es gibt hier natürlich diverse Möglichkeiten, den Server upzugraden (statische IP-Adresse, Loadbalancer, persistenter Speicher, usw.), aber es ist mal ein Anhaltspunkt.
  • EC2 Container Service
    Dieser Dienst abstrahiert die EC2-Instanzon schon. Man hat hier die Möglichkeit, Web-Applikationen per Docker-Container zu deployen und zu betreiben- und das ganze möglichst ohne sich direkt um irgendwelche Server kümmern zu müssen.
  • Lightsail
    Lightsail ist eins der neuesten Dienste und führt diese Abstraktion noch einen Schritt weiter: Ich kann per Klick direkt eine von Amazon vorgefiertigte Applikation (wie z. B. wordpress, Joomla, node.js oder einen LAMP) deployen und laufen lassen.
  • Elastic Beanstalk
    Dieser Dienst gibt die Möglichkeit, beliebige Webapplikationen zu deployen- auf einer quasi beliebigen Anzahl an Servern. Elastic Beanstalk kümmert sich darum, dass bestimmte Regeln eingehalten werden, so kann ich z. B. einen Host updaten lassen- EBS stellt sicher, dass vorher ein zusätzlicher Host online genommen wird (mit allen Applikationen, etc.), führt ein update durch und schmeißt den zusätzlichen Host wieder weg, so dass zu jeder Zeit auch die gewünschten Regeln (z. B. jederzeit müssen 10 Webserver onilne sein) eingehalten werden.
  • Lambda
    Lambda ist schon sehr Entwicklungsgetrieben. Entwickler haben hier die Möglichkeit, automatisch bestimmten Code auszuführen, wenn entsprechende Bedingungen eintreten, z. B. wenn ein Bild hochgeladen wird.
  • Batch
    Batch gibt nun die Möglichkeit, bestimmte, rechenintensive, Jobs auf einer entsprechenden Farm koordiniert laufen zu lassen. Auch Batch greift auf EC2-Instanzen zu.

Amazon bietet eine sehr breite Dokumentation, was das ganze, gerade für den Einstieg, interessant macht. Unter https://aws.amazon.com/de/whitepapers/ gibt es diverse Whitepaper, die recht viele Konzepte beschreiben. Unter http://creately.com/blog/diagrams/aws-templates-for-architecture-diagrams/ gibt es einen Überblick über die „Referenzarchitekturen“, die Amazon für bestimmte Ziele empfiehlt.

In Teil II werde ich die komplexen Storage-Dienste der AWS kurz erläutern.

Rüdiger Grimm

Mein Name ist Rüdiger Grimm, ich bin Informatiker, IT-Leiter bei einem IT-Security-Dienstleister und Blogger.


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