Was ist die Cloud und brauche ich Cloud Computing?

Ein Definitionsversuch

Jeder spricht aktuell über „Cloud“, „Cloud Services“ und „Cloud Computing“. Aber kaum jemandem ist klar, um was es dabei geht. Was genau IST denn nun eine Cloud?

Wikipedia definiert das folgendermaßen:

„Unter Cloud Computing (deutsch Rechnerwolke) versteht man die Ausführung von Programmen, die nicht auf dem lokalen Rechner installiert sind, sondern auf einem anderen Rechner, der aus der Ferne aufgerufen wird (bspw. über das Internet).“

Die Definition des Dudens ist fast wortgleich.

Und was ist jetzt Cloud Computing

Wenn man sich alleine an diese Definition hält, dann ist Cloud Computing kein neues Phänomen. Schon beginnend der 60er-Jahre gab es „Host-Systeme“, die für andere Geräte (Terminals) die Rechenleistung für bestimmte Arbeiten übernahmen. Allerdings wurden diese „Dienste“ damals sehr dediziert in Anspruch genommen. Es gab eine ganz klare Trennung: „Diese 1.000 Arbeitsplätze arbeiten per Terminal in der Warenwirtschaft auf Host 1“.

Mit Beginn der „Cloud-Zeit“ wurde diese explizite Trennung immer weicher bis sie ganz aufgehoben wurde. In den 90er-Jahren stieg die Relevanz des Netzwerks und der Verbindung untereinander immer mehr. Salesforce war schließlich eine der ersten Firmen, die Ihren Service (Ihr Programm) direkt per Webseite angeboten haben. Nach Salesforce stieg die Zahl der Softwareanbieter, die Dienste „über das Netz“ anbieten, immer weiter an. Mit dieser massiven Steigerung der Nutzung wurden auch immer mehr Datensicherheitsgründe relevant- die Dienste sollten von überall und immer redundant und performant zur Verfügung gestellt werden. Aus diesem Grund mussten diese Dienste auch auf immer komplexeren und breiteren Umgebungen zur Verfügung gestellt werden. Es war nicht mehr möglich, einzelne „Server“ direkt anzusprechen, sondern die Dienste wurden immer mehr hinter abstrahierten Schichten verborgen. Bis für den Benutzer quasi nicht mehr nachvollziehbar war, wo die Daten gehalten werden wir wie explizit der Zugriff darauf behandelt wird. Die „Cloud“ war geboren.

Well-known Cloud Dienste

Heute verwendet quasi jeder irgendwelche Cloud Dienste, teilweise ohne direkte Kenntnis davon zu haben. Ein typischer Vertreter ist hier „Dropbox“, der Filehosting-Dienst. Der Dienst ermöglicht den reibungslosen Datenaustausch, egal WO man sich befindet, egal mit WELCHEM GERÄT man arbeitet und egal um was für Daten es geht- und das ganze voll transparent. Ich melde mich an, und lade Daten hoch. Es ist nicht nachvollziehbar, über welchen Server, an welchem Ort oder sogar in welchem Land die Daten WIE aufbewahrt werden. Wenn ich aber die Daten benötige, tauchen sie auf Klick wieder auf (man könnte es mit dem „fog of war“ aus alten Strategiespielen vergleichen).

Genau das spiegelt gut den großen Vorteil der Cloud wieder- zeigt aber auch klar einer der größten Nachteile: Ich vertraue hier quasi blind einem Dienstleister irgendwelche Daten an- ohne zu wissen, was er damit tut (Datensicherheit), wo die Daten sind (Datenschutz) und wer noch Einsicht darin hat. Weitere dieser „well-known“ Dienste, die in der Cloud liegen sind z. B. Microsoft OneDrive, Microsoft Azure, Amazon AWS, und sicherlich Tausende mehr.

Begrifflichkeiten

Jetzt noch ein paar Worte zum Thema Begrifflichkeiten. Es tauchen in diesem Zusammenhang sehr oft die unterschiedlichsten Bezeichnungen auf, die aber meist ähnliche oder gar gleiche Bedeutung haben.

Cloud

Der Überbegriff für diese neue Art, Dienste zur Verfügung zu stellen.

Cloud Computing

Der eher technische Begriff, der eher die Rechenleistung meint.

Cloud Dienst / Cloud Service

Damit ist ein dedizierter Dienst aus der Cloud gemeint, auf den zugegriffen wird.

 

Mehr im nächsten Beitrag…

 

Rüdiger Grimm

Mein Name ist Rüdiger Grimm, ich bin Informatiker, IT-Leiter bei einem IT-Security-Dienstleister und Blogger.


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